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Der Wert des Alpinismus liegt im Erleben der Natur dort, wo sie sich aus Fels und Eis ihr großes Symbol schuf: den Berg. Der Kämpfer findet in der Vielheit der Berggefahren den Sieg. Der Betrachter die Harmonie der Formen und Farben. Der Müde die verklärte Ruhe. So sei dieses Buch ein Ruf für die Berge.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"


Für alle Herzensschäden, für Stadtfieber und jederlei andere Zwietracht in der eigenen Brust gibt es kein besseres Rezept als dieses: fort in die Einsamkeit, fort ins Gebirge, hinauf in ein stilles Tal.

aus: Walter Pause, "Segen der Berge"


Trotzdem bin ich bei meinem Umweg über die Berge viel weiter gekommen, als wenn ich den flachen Pfaden gefolgt wäre. Es ist egal, welchen Berg man besteigt, oben wird man immer weiter sehen.

aus: Reinhard Karl, "Erlebnis Berg, Zeit zum Atmen"


Du sollst dir Zeit lassen und nicht mit dem Minutenzeiger um die Wette laufen. Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, Du sollst ihre Seele suchen.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"

Irgendwann war mir klar geworden, was Franz mit seinem Buchtitel 'Bergsteiger ohne Maske' sagen wollte. Daß die Menschen nach einem langen Marsch, nach einer schweren Tour, bei einem Glas Wein oder einer Flasche Bier plötzlich unverfälscht vor einem stehen. Daß, wenn jemand seinen Alltag vergißt, seine Sorgen für kurze Zeit in einer Wand zurückbleiben, daß dann sein wahres Inneres zum Vorschein kommt.

aus: Charly Wehrle, "Bergsteiger ohne Maske"



August 2011

Klettern in Korsika





Auf der Suche nach einem Klettergebiet mit Schönwettergarantie und Strand in der Nähe sind wir dieses Jahr wieder für zwei Wochen vor dem Sauwetter daheim nach Korsika geflüchtet. Als Granitkletterer hat man normalerweise die Wahl zwischen a…glatten Platten und Rissen mehr oder weniger angenehmer Breite - für steile Wandkletterei reicht das Griffangebot selten.

Ganz anders in Korsika: durch eine besondere Verwitterungsform, die mit dem trocken-heißen Klima und dem Meersalz zusammenhängt, bilden sich in steilen Wänden die so genannten Tafoni: schwammartig zerfressene und fragil aussehende Felsstrukturen, die aber in Wirklichkeit ziemlich solide sind. Von der Schwierigkeit her ist das ganze ein bissl wie Dolomitenkamine: sieht von unten manchmal richtig wild aus, aber am Schluss kommt immer 5 raus…

Apropos Dolomiten: auf dem Weg in den Süden bleiben wir anfangs noch zwei Tage in den Dolomiten. Am ersten Tag reicht es nur für eine kurze Tour bei Nieselregen, am zweiten schauts besser aus: Die "Gente di Mare" (9 SL, 8) am Passo Giau war die Anreise auf jeden Fall wert.





In Korsika geht es dann nach einem Strandtag zuerst in das Restonicagebiet. Wir klettern dort die geniale "Aqua di Rocca" (8 SL, 8) am Spenicazzia, "Vendanges Tardives" (6 SL, 8-) an der Pointe de la Touffe und die "Amandulina" (6 SL, 7+) am Monte Leonardu und verbringen die Nachmittage in den verschiedenen Klettergärten im Tal.


Aqua di Rocca


Aqua di Rocca: Schlüssel-SL an runden Granitkartoffeln


Aqua di Rocca: Tafonidachl

Die Touren sind alle richtig gut und dank Höhenlage bzw. Schatten auch im Sommer angenehm zu klettern.

Nach einer Strandpause und einem Tag in Bonifaziu am südlichen Ende der Insel ziehen wir weiter in die zweite große Kletterregion der Insel: die Bavella.


Tafoni-SL an der Punta di u Peru/Bavella


Da muß ma durch…


…und da auch

Am Bavellapass ist der Granit sehr viel grobkörniger und weniger strukturiert als im Gebiet um Corte, wir haben aber zwei richtig gute Touren ohne viel Plattengeschrubbe gefunden: "Linea a l’ Ombra" (6 SL, 7) an der Punta di u Chjapponu und die Kombination aus dem unteren Teil von "U Haddad" und dem oberen von "Omerta" (8 SL, 7+) an der spektakulären Tafoniwand der Punta di u Peru.


Tafonihöhle an der Punta di u Peru


Die Schlüssel-SL der "Omerta": Sonia ist mal wieder zu kurz…

Die letzten Tage waren dann doch zu heiß und nach einer Strandpause und etwas Sportklettern bei Corte und Bastia bei 30° geht’s zurück in die Gott sei Dank wohl temperierte Heimat ;-)


Grüße, Andi