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Der Wert des Alpinismus liegt im Erleben der Natur dort, wo sie sich aus Fels und Eis ihr großes Symbol schuf: den Berg. Der Kämpfer findet in der Vielheit der Berggefahren den Sieg. Der Betrachter die Harmonie der Formen und Farben. Der Müde die verklärte Ruhe. So sei dieses Buch ein Ruf für die Berge.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"


Für alle Herzensschäden, für Stadtfieber und jederlei andere Zwietracht in der eigenen Brust gibt es kein besseres Rezept als dieses: fort in die Einsamkeit, fort ins Gebirge, hinauf in ein stilles Tal.

aus: Walter Pause, "Segen der Berge"


Trotzdem bin ich bei meinem Umweg über die Berge viel weiter gekommen, als wenn ich den flachen Pfaden gefolgt wäre. Es ist egal, welchen Berg man besteigt, oben wird man immer weiter sehen.

aus: Reinhard Karl, "Erlebnis Berg, Zeit zum Atmen"


Du sollst dir Zeit lassen und nicht mit dem Minutenzeiger um die Wette laufen. Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, Du sollst ihre Seele suchen.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"

Irgendwann war mir klar geworden, was Franz mit seinem Buchtitel 'Bergsteiger ohne Maske' sagen wollte. Daß die Menschen nach einem langen Marsch, nach einer schweren Tour, bei einem Glas Wein oder einer Flasche Bier plötzlich unverfälscht vor einem stehen. Daß, wenn jemand seinen Alltag vergißt, seine Sorgen für kurze Zeit in einer Wand zurückbleiben, daß dann sein wahres Inneres zum Vorschein kommt.

aus: Charly Wehrle, "Bergsteiger ohne Maske"



April 2010

Kletterreise nach Vietnam

Vom 18. März bis zum 8. April waren Thomas und ich drei Wochen in Vietnam unterwegs. Nach einem Tag in der quirligen Hauptstadt Hanoi sind wir in den Norden an die Chinesische Grenze geflüchtet, um Vietnams höchsten Berg, den 3142m hohen Fansipan zu besteigen.

  Gipfelfoto am Fansipan

Im Anschluss gings gleich weiter auf Cat Ba Island in der Ha Long Bucht wo eines der wenigen erschlossenen Klettergebiete des Landes auf uns wartete. Thomas wollte das Deep Water Soloing ausprobieren, was aber auf Grund der anhaltenden Ebbe die nächsten Tage nicht möglich sein sollte.

  Ha Long Bucht von oben

Bis zur einsetzenden Flut konnten wir im wunderschön gelegenen, idyllischen Klettergarten "Butterfly Valley" (auf der Hochebene liegt ein kleiner Bauernhof- für 2 Euro steht mittags ein Festmahl auf dem Tisch) und an verschiedenen Wänden rund um Tiger Beach (in der Ha Long Bucht) hackerl sammeln. Die Touren sind im Bereich 4c-8a, die Felsqualität ist hervorragend und unglaublich vielseitig.



Von "Roots Reggae", bei der nur die Wurzeln eines riesigen Baumes die Griffe und Tritte bilden, bis zur überhängenden Kletterei an scharfen Löchern und Sintern ist alles dabei.

  Thomas in ''Roots Reggae''

Am 30. März war es dann so weit, die Flut war zurück. Mit dem großen Schiff fuhren wir raus bis zum Tiger Beach, dann auf einem kleinen Boot weiter zu den "Three Brothers". Zum Glück hatten wir einige Strickleitern dabei, wie sich schnell herausstellte war der Start in die Touren der größte Kraftakt. Hinauf so weit man sich traut - immer an messerscharfen Griffen - und dann hinunter ins türkise Nass.



Nach dem Mittagessen an Bord des großen Schiffes gings zu einem zweiten Spot, mehr überhängend und etwas schwerer. Deep Water Soloing- eine riesen Gaudi!

Den restlichen Urlaub nutzten wir, um Land und Leute anzuschauen. Über Da Nang und Hoi An immer weiter in den Süden bis Nha Trang. Hier nutzten wir die verbleibenden Tage um mit vier- bzw. sechs Tauchgängen die Höhenmeterbilanz des Urlaubes nach unten zu korrigieren. Am 7. April flogen wir über Bangkok und Moskau zurück nach Hause.


Grüße, Laura