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Der Wert des Alpinismus liegt im Erleben der Natur dort, wo sie sich aus Fels und Eis ihr großes Symbol schuf: den Berg. Der Kämpfer findet in der Vielheit der Berggefahren den Sieg. Der Betrachter die Harmonie der Formen und Farben. Der Müde die verklärte Ruhe. So sei dieses Buch ein Ruf für die Berge.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"


Für alle Herzensschäden, für Stadtfieber und jederlei andere Zwietracht in der eigenen Brust gibt es kein besseres Rezept als dieses: fort in die Einsamkeit, fort ins Gebirge, hinauf in ein stilles Tal.

aus: Walter Pause, "Segen der Berge"


Trotzdem bin ich bei meinem Umweg über die Berge viel weiter gekommen, als wenn ich den flachen Pfaden gefolgt wäre. Es ist egal, welchen Berg man besteigt, oben wird man immer weiter sehen.

aus: Reinhard Karl, "Erlebnis Berg, Zeit zum Atmen"


Du sollst dir Zeit lassen und nicht mit dem Minutenzeiger um die Wette laufen. Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, Du sollst ihre Seele suchen.

aus: Luis Trenker, "Meine Berge"

Irgendwann war mir klar geworden, was Franz mit seinem Buchtitel 'Bergsteiger ohne Maske' sagen wollte. Daß die Menschen nach einem langen Marsch, nach einer schweren Tour, bei einem Glas Wein oder einer Flasche Bier plötzlich unverfälscht vor einem stehen. Daß, wenn jemand seinen Alltag vergißt, seine Sorgen für kurze Zeit in einer Wand zurückbleiben, daß dann sein wahres Inneres zum Vorschein kommt.

aus: Charly Wehrle, "Bergsteiger ohne Maske"



Pfingsten 2009

Arco, immer wieder Arco...

Pfingsten und Arco, das sind zwei Wörter, die eigentlich untrennbar sind. Fieserweise zwang uns ein Genuatief inmitten der Ferien, erst zu Beginn der zweiten Woche Zeit loszufahren. Dabei waren Agathe, Andrea, Martina, Sophie, Tommy und ich.

Im ortsnahen Gebiet "San Paolo" hat "Guru" Heinz Grill zusammen mit seinem Freundeskreis die letzten Jahre etliche Neu­touren im moderaten Schwierigkeits­bereich eingerichtet.

Die Absicherung erfolgt bevorzugt über Sanduhrschlingen. Bohrhaken stecken nur dort, wo natürliche Sicherungspunkte kaum anzubringen sind.

Unsere erste Route war dort die schöne "Helena".


Tommy in der 2ten Seillänge


Sophie startet in die 2te Seillänge…


Martina im Bilderbuchüberhang der 5ten Seillänge


Tommy auf den letzten Metern der 8ten Seillänge


"meine bislang längste und auch schwierigste Tour": gottseidank endlich oben angekommen!


Irgendwie war hier jemand auch froh, am Ende angekommen zu sein…

Der Dienstag begann wolkenverhangen und so legten wir einen Klettergartentag in Nago ein. Nächtlicher Regen erlaubte am Mittwoch spätes Aufstehen. Die einen gönnten sich einen "Riva-Vormittag", ich ging mit Martina über die Straße zu "Totem e Tabu" am kleinen Colodri. Sieben Seillängen in bestem Fels und noch nicht abgegriffen, Absicherung durch Bohrhaken, Keile werden nicht benötigt.


Martina in der dritten Seillänge


Martina in der dritten Seillänge


in der siebten Seillänge trifft man auf die leichte, aber nette Südkante…

Am Nachmittag machten wir uns auf nach San Paolo zu der leichten "Calliope". Manchmal trifft der Kletterer hier auf langstreckte, dünne Tiere - diesmal aber gottseidank nicht. Die ersten Seillängen machen aufgrund ihrer Eigenheiten die Route ohne Zweifel zu einer Tour mit Charakter.

Martina beim Aussteigen aus der weißen Höhle. Leider ist das Foto im Gegenlicht net sooo toll ge­worden, vielleicht beim nächsten Versuch… Martina im großen Kamin … anfangs war das Kaminspreizen noch etwas un­gewohnt. Nach zehn Metern wollte Martina gar nicht mehr heraus …

Die Temperaturen stiegen von Tag zu Tag. Am Donnerstag warteten wir die größte Hitze ab und gingen dann zur "Selene" - natürlich wieder in San Paolo.

Agathe auf den letzten Metern der 4ten Seillänge als zweite Seilschaft folgen Martina… ... und Andrea

Sophie und Tommy stiegen derweil ein paar hundert Meter weiter nördlich durch die "Via Nereide" (ohne Fotos).

Überraschend waren auch Tina und Peter aufgetaucht. Und wie der Zufall wollte, wurde der benachbarte Zeltplatz frei. Nachdem Peter im Frühjahr ja den "Sicherungskurs Fels" absolviert hatte, war es natürlich überfällig, das Ganze auch anzuwenden.

Für uns war am Freitag schon wieder Abbautag. Doch für eine schnelle "Aspettanto Martino" am kleinen Colodri war noch Zeit.

Mit einem glatten 6er eher überbewertet, aber besonders im Riß der ersten Seillänge auch schon recht abgeschmiert. Für ein bissl "auslüfteln" aber eine ganz nette Route. Zur Zwischensicherung genügen Expressen, für Standplätze oder für das gesicherte Ausqueren auf dem schmalen Band hinüber zum Klettersteig sind etliche Bandschlingen erforderlich.

Andrea im luftigen Quergang der 5ten Seillänge dito Peter im Quergang…

Josi und Martina waren in den Routen "Pantarei" in San Paolo und der "Via Rita" an den Sonnenplatten, beide ohne Foto’s.

Außer der Auflistung der gekletterten Routen gibt es noch die bemerkenswerte Chronik eines Knies, die in weiser Voraussicht fotographisch festgehalten wurde:

Montag, 8. Juni 2009



Grüße, Hans
Mittwoch, 10. Juni 2009 Freitag, 12. Juni 2009 oder: zum Glück geht jeder Kletterurlaub irgendwann zu Ende…