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ich möchte gerne Klettern - wie gehe ich das an?

Kletterkurskonzept der Sektion Peißenberg

Wer sich diese Frage schon gestellt hat, dem möchten wir, die Sektion Peißenberg, unser Konzept, unsere Variante eines systematisch aufgebauten Kursprogramms vorstellen und erklären.

Allem Spaß und aller Begeisterung möchten wir von Anfang an den Aspekt der Gefahr zur Seite stellen. Wer aus großer Höhe bis auf den Boden fällt, muß mit schwersten Verletzungen rechnen.


          Die Basics: Start ins Klettern...


Wir empfehlen, das Klettern in der Halle zu beginnen - selbst dann, wenn die verwegensten Alpintouren das eigentliche Ziel sind. Nicht daß in der Halle keinerlei Gefahr droht: doch diese ist überschaubar und nahezu vollständig durch eigenes Verhalten beherrschbar.

Als Start schlagen wir einen "Grundkurs Hallen­klettern" vor und zeitnah eine Vertiefung des Siche­rungskönnens und -verhaltens (★).

Danach sollte man befähigt sein, in eine beliebige Kletterhalle zu gehen um dort eigenständig und sicher zu klettern:


Nicht Kurse, das eigenständige Klettern ist der Weg, die Basics, Grundroutine im Klettern zu erwerben.


Diese Grundroutine ist nicht der Endpunkt, sondern unabdingbare Voraussetzung dafür, sich kletterisch weiter zu entwickeln.


          Die Basics: nicht das Ende, nur der Anfang


Diese Weiterentwicklung kann in zwei weitgehend unabhängige Richtungen erfolgen:

immer weniger, kleinere Haltepunkte, immer steiler, anstrengender, athletischer: der sportliche Aspekt, das Kletterniveau zu steigern, verlangt neben mehr Kraft immer mehr Geschick, Bewegungsvielfalt, der richtige Kniff an der richtigen Stelle. Mit der "Klettertechnik" bieten wir eine Kursfolge an, das eigene Können Zug um Zug zu verbessern.

sein Klettern an den natürlichen Fels zu verlegen, wo neben der reinen Kletterschwierigkeit aufgrund zunehmender Hakenabstände, schwieriger Rou­tenfindung und sonstiger Umstände die siche­rungstechnischen und psychischen Anforderungen um ein Vielfaches zunehmen. Unser Kurskonzept ist hier zweigeteilt:

zuerst die umfangreichen, zum Felsklettern nötigen Sicherungsmaßnahmen erlernen: dazu dient die Kursfolge "Sicherungstechnik Fels". Danach sollte man "eigentlich" in der Lage sein, in gut gesicher­ten Routen selbständig am Fels zu klettern.

"eigentlich" sagt sich leicht? Daher bieten wir - man könnte es fast "betreutes Klettern" nennen - Kurse an, die den Einstieg in das Neuland "Felsklettern" erleichtern. Nicht Neues lernen steht im Vorder­grund, sondern eigentlich Bekanntes - sagen wir unter Aufsicht - endlich auch anzuwenden. Und notfalls wäre auch jemand da, wenn...




Die eigene kletterische Entwicklung wird getrieben von eigenen Vorstellungen, Zielen, Freizeitverhalten: Du bist am Steuer, nicht wir. Als kurzen Leitfaden durch unser Kursprogramm möchten wir Dir mit­geben:



ohne rot ist alles nichts: beherrschst du das nicht perfekt, sind grün/blau/lila für Dich tabu

lieber grün, lieber blau/lila oder alles zusammen: wie es dir gefällt, Du bist am Steuer, nicht wir...

kein lila ohne blau



Noch etwas Wichtiges jenseits aller Kurskonzepte und einer der häufigsten Gründe für das Scheitern so mancher Kletterkarriere:


        Klettern ist eine Teamsportart!


Ohne einen Partner der dich sichert, dem du ver­trauen darfst - und er auch dir - ohne den kannst du auch nicht klettern. Wenn du noch keinen Kletter­partner hast, so sind gerade die Grund- und Vertie­fungskurse eine gute Gelegenheit, solche kennenzu­lernen. So wie dir geht es nämlich vielen.






In der Vergangenheit gab es gelegentlich Mißver­ständnisse in Sachen Kletterschein als Abschluß der Basis-Kurse.

Nein: man muß weder einen Grundkurs, noch eine Vertiefung besucht haben, um zu einem Schein zu kommen.

Nein, man bekommt einen Kletterschein nicht, weil man diese Kurse absolviert hat.

Vielmehr ist dieses Stück Plastik das Ergebnis einer ca. einstündigen Kletterdemo, während der man zeigt, daß man beim Klettern und Sichern keine Fehler begeht, zumindest keine gravierenden...