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Dezember 2010 - Januar 2011

Klettern in Australien

Ende Dezember 2010 ging es für 4 Wochen nach Australien, um meine Schwester und ihre Familie, die seit einigen Jahren in Sydney leben, zu besuchen. Und da die Klettergebiete in Australien zu den besten der Welt gehören, wollte ich damals zumindest mal vorbei schauen.

Diese Idee hat dann auch dem Brunner Johannes ganz gut gefallen und so kam er dann im Januar ungefähr eine Woche später nach.


Hafenpromenade von Sydney und Sylvesterfeuerwerk

Nach ein paar Tagen Aufenthalt und der obligatori­schen Besichtigung der wirklich wunderschönen Stadt Sydney ging es mit allen zusammen in den Nationalpark Blue Mountains. Dieser liegt westlich von Sydney, besteht aus riesigen Eukalyptuswäldern mit sehr spektakulären Felsformationen und bietet un­zählige Wander- und Klettermöglichkeiten.


Einklettern in den Blue Mountains

Die Kletterei ist eine Mischung aus Trad- und Sport­kletterrouten mit bis zu 10 Seillängen an phantasti­schem Sandsteinfels. Leider war das Wetter bei uns etwas nass und wir bekamen nur eine kleine Kost­probe von den vielen sehr guten Touren. Aber auch die Wanderungen und die zahlreichen Aussichtsplatt­formen sind extrem lohnend in diesem Gebiet.

Nach diesen ersten, vielversprechenden Kletter- und Landschaftseindrücken fuhren Hannes und ich Richtung Melbourne in die Klettergebiete Grampians und Mount Arapiles. Wir wählten als Strecke die Küstenroute, die zwar etwas länger ist, aber dafür einige schöne Strände und Bademöglichkeiten unter­wegs bietet.

Die nächsten 2 Wochen verbrachten wir am Mt. Arapiles. Dieser unscheinbare kleine Berg ist ein wahres Kletterparadies. Die Zustiege sind sehr kurz, die Felsqualität einmalig und die Auswahl an Routen in allen Schwierigkeitsgraden riesig.


Der Sektor Organ Pipes am Mt. Arapiles

Etwa 90% der Routen sind komplett selbst abzu­sichern. Bohrhaken findet man nur sporadisch ab dem 8. Grad aufwärts. Die sehr riss- und struktur­reiche Felsoberfläche macht das Keile-Legen und den Bau von Standplätzen relativ leicht.


Bard Buttress und Tiger Wall - Nahaufnahme des sehr griffigen Sandsteins

Der sehr griffige und feste Sandstein bietet extrem genussvolle Klettereien. Auch zahlreiche leichtere Routen ziehen durch die überwiegend sehr steilen bis überhängenden Wände. Das Gebiet eignet sich daher auch sehr gut für gemäßigte Kletterer, die mit Keilen und Friends umgehen können.


links: Riss-Verschneidung (welche Route war das noch?)
rechts: "Tannin"


Unter den vielen Highlights, die wir geklettert sind, waren u. a. die Routen Resignation, Tannin, Eurydice, Scorpion Crack, Watchtower Crack, Agamemnon und Kachoong als besonders schön hervorzuheben.


Hannes am Einstieg und im Dach der berühmten Route Kachoong


In der 1. SL von Agamemnon, einem sehr schönen Klassiker im Gebiet

Eigentlich wollten wir im Anschluss auch noch in die Grampians fahren, aber leider hat ein heftiger Regen­schauer dort dafür gesorgt, dass alle Zufahrtstraßen und die meisten Campingplätze dort überschwemmt wurden.

Wir konnten in den Arapiles lediglich zwei Tage lang wegen Regen nicht klettern, aber für die sonst sehr trockene Gegend war es eine ziemliche Katastrophe (es waren in diesem Sommer riesige Gebiete in Australien, vorwiegend in Queensland, von Überflu­tungen betroffen). Daher verbrachten wir auch die letzten Tage in den Arapiles und kletterten noch einige phantastische Routen.


In der 2. SL von Agamemnon + Hannes am Einstieg von Scorpion Crack

Zum Schluss der Reise fuhren wir noch nach Mel­bourne, um einen Tag lang die Stadt anzuschauen, weiter nach Sydney und 1-2 Tage später flogen wir nach Deutschland zurück. Vier Wochen können ex­trem schnell vorbei sein.


Fiese Huntsman-Spinne im Auto

Das letzte Foto soll nicht als Abschreckung dienen. Meinem Schwager Dave ist in Sydney während der Fahrt zum Flughafen am Tag unserer Ankunft dieses Monster über das Armaturenbrett gekrabbelt…

Ansonsten sind wir während der Reise von ungemüt­lichen oder giftigen Viechern verschont geblieben.

Alles in allem: Australien ist als Kletter- und Reiseziel absolut genial und hat ein hohes Suchtpotential.

Herzlichen Dank an Orsi, Dave und Tabilla in Sydney für die tolle Organisation, die großartige Gastfreund­schaft und die schöne gemeinsame Zeit. Und an Jason in Natimuk, der unseren Leihwagen aus dem Schlamm zog und der uns in die australische Bier­kultur einführte ;-)

Grüße, Georg