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März 2011

Klettern in der Todra-Schlucht


face-to-face mit einem auch hierzulande nicht unbekanntem Touareg-Krieger ;-))

Man nehme eine Orange, schäle und teile sie in der Mitte. Mit dem teilen aufhören, wenn sich die Hälften nach außen neigen, sie sollen nicht auseinander­fallen. Voilà, da steht sie, die Todra-Schlucht.


Voilà...

Etwas mehr als zwei Wochen konnten wir ins wunder­schöne Marokko reisen. Kaum in Marrakech gelan­det, tauchten wir auch gleich ein in die orientalische Welt. Bei leckeren Grillspießen beobachteten wir das Treiben auf dem Jema el Fna, Essensbuden, Schlan­genbeschwörer und Geschichtenerzähler tummelten sich dort in der lauen Frühlingsnacht.


auf dem Jema el Fna...

Tags darauf ging es mit dem Bus über den Hohen Atlas und weiter auf dessen Rückseite nach Tinghir, von dort mit dem Taxi hinauf in die Schlucht.


Wanderung oberhalb der Schlucht

Schwer beeindruckt nach einem ersten Spaziergang genossen wir unsere erste Tajine und Orangen als Dessert. Am nächsten Morgen ging es los, im Sektor Jardin d´eté kletterten wir die ersten Seillängen.


erstes Einklettern im "jardin..."

„Wunderbar griffig“ ging schon bald in „eher rau“ und schließlich „sauber scharf“ über, aber die Sonne im Rücken und die perfekte Absicherung lies unsere Klettererherzen höher schlagen.


Laura in "Cour de Palmier"

Mit „Cour de Palmier“ kletterten wir am nächsten Tag eine 5 Seillängentour am Eingang der Schlucht, eine glatte Verschneidung ganz oben forderte ein paar Schweißtropfen, aber auch hier war die Absicherung sehr gut.

Nachmittags setzten wir nochmal ein paar Seillängen im Jardin d´etè drauf, bei 2 min. Zustieg schien hier die Sonne eh am längsten. Auf ein paar abenteuer­liche Gebilde - wohl als Haken gedacht - stießen wir: da hatte wohl jemand ein paar Türscharnierl einge­baut… ;)



Im weitern Verlauf des Urlaubs kletterten wir am Sektor Elefant „Rachidia“, die mit wunderschönen Löchern, tollem Fels und herrlichem Ausblick genau wie die Routen „Le Mur du Scorpion“ und „Mhmed Prisamata“ eine Augenweide sind.


in "le Mur du Scorpion"

Etwas Erholung für die Finger musste her - dafür soll­ten die Gesäßknochen leiden. Auf einem Dromedar schaukelten wir im Sonnenuntergang durch die Wüstendünen Erg Chebbi, nur einen Steinwurf von der Algerischen Grenze entfernt.

Grenzenlose Stille, Licht und Schatten trennende Dü­nengrate und nach Sonnenuntergang unvorstellbar viele Sterne - ein unvergessliches Erlebnis.



Zurück in der Enge der Schlucht suchten wir noch ein paar Tage lang die Herausforderung in den Sportkletterrouten, die es dort wie die Mehrseiltouren in gewaltiger Anzahl gibt. Thomas konnte zwei lange 7a´s klettern und ich versuchte mich am Grad 6c.

Als die letzte Haut endgültig dahin war stiegen wir wieder in den Bus nach Marrakech, wo wir weitere zwei spannende Tage mit Sightseeing und Handeln in den engen Suks verbrachten.


"das Marrakech-Finale..."

Jeder Urlaub geht zu Ende, aber die Eindrücke blei­ben. Tolle Tage liegen hinter uns - nur Orangen, die es dort jeden (!) Abend zum Dessert gab, werde ich bis zur nächsten Weihnachtszeit nicht vermissen.

Aber dann kauf ich wieder ein Sackerl - natürlich aus Marokko.


Grüße, Laura